"Offliner" sind oft weiblich, arm und krank

Seniorin und junge Frau am Smartphone

© Getty Images/iStockphoto/FG Trade

Nicht jede Seniorin hat eine Enkelin, die ihr Instgram erklärt. Dafür bietet das Bundesseniorenministerium und die Bagso eine Fachtagung mit Live Stream als Teil der Initiative "DigitalPakt Alter" an.

Ministerium: gespaltene Gesellschaft
"Offliner" sind oft weiblich, arm und krank
Das Bundesfamilienministerium beklagt eine digitale Spaltung der Gesellschaft: "Wer keinen Zugang zum Internet hat, ist überwiegend weiblich, hat ein geringes Einkommen und geringe Bildung, hat eine Migrationsgeschichte und ist gesundheitlich beeinträchtigt".

Referatsleiterin Susanne Wein vom Familienministerium auf einer Fachtagung nannte am Dienstag in Düsseldorf eine Zahl von sieben Millionen "Offlinern" unter den insgesamt rund 83 Millionen Deutschen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung "Miteinander - Verbinden - Vernetzen: Soziale Integration im digitalen Zeitalter" setzten sich für die gesellschaftliche Teilhabe vor allem älterer Menschen ein. Sie erinnerten an die steigende Bedeutung etwa der digitalen Terminvergabe beim Arzt oder bei der Stadtverwaltung.

Die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (Bagso), Regina Görner, forderte einen möglichst leichten Zugang zu digitalen Abläufen. Um mit digitalen Medien umzugehen, sollte man nicht erst ein Studium absolvieren, forderte sie. Sie kritisierte die Haltung der Entwickler und Herstellerfirmen. "Die digitale Technik muss bedienungsfreundlich werden und endlich aus der Sicht der Nutzerinnen und Nutzer betrachtet werden."

##empfehlung###

Die Fachtagung war ein Teil der Initiative "DigitalPakt Alter", den das Bundesseniorenministerium und die Bagso vereinbart haben. Mit drei Millionen Euro werden bis Ende 2025 werden unter anderem 300 Erfahrungsorte gefördert, um digitale Kompetenzen älterer Menschen zu unterstützen.

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