"Verhungernde Kinder sind Putins Opfer"

Dürre in Afrika

© Brian Inganga/AP/dpa

In Kenia ziehen zwei junge Mädchen Wasserbehälter auf dem Rückweg zu ihren Hütten. Sie leiden unter der Dürre und den Folgen des Krieges in der Ukraine.

Käßmann über Folgen des Krieges
"Verhungernde Kinder sind Putins Opfer"
Die verhungernden Kinder dieser Welt sind nach Ansicht der evangelischen Theologin Margot Käßmann auch Putins Kriegsopfer. "Wir sehen ihre Bilder selten. Nicht nur, weil wir auf den Krieg konzentriert sind", schrieb Käßmann in ihrer Kolumne in der "Bild am Sonntag".

Auch wenn es einem das Herz breche, ein verhungerndes Kind zu sehen: "Wir dürfen nicht wegsehen. Die verzweifelten Kinder dieser Welt brauchen unsere Hilfe genauso wie die Geflüchteten, die wir aufnehmen", forderte die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit Bezug auf Warnungen des Kinderhilfswerks Unicef. Danach wird befürchtet, dass 2022 noch viel mehr Kinder verhungern als in den letzten Jahren.

Dies sei "eine grausame Entwicklung", fügte Käßmann hinzu. "Das Leben vieler von Mangelernährung ausgezehrter Kinder etwa im Jemen, in Afghanistan, am Horn von Afrika hängt am seidenen Faden" während wegen des russischen Angriffskrieges gleichzeitig bis zu 30 Millionen Tonnen Getreide in der Ukraine festhängen, so die frühere hannoversche Landesbischöfin.

Käßmann würdigte den Einsatz der Landwirte in der Ukraine, die weiter säen und ernten wollen: "Und das auch, obwohl viele Feldarbeiter inzwischen bei den kämpfenden Truppen sind." Die Theologin begrüßte zudem, dass die DB Cargo über eine Schienenbrücke Getreide zu den Häfen an der Nordsee und der Adria transportieren will. Damit sei ein wenig Hoffnung in Sicht.

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