Kirche als Vermittlerin in der Ukraine-Krise

Margot Käßmann

© Julian Stratenschulte/dpa

Margot Käßmann hält den Vatikan für einen geeigneten Ort für ein Krisentreffen der Präsidenten beider Länder.

Käßmann rät
Kirche als Vermittlerin in der Ukraine-Krise
Um einen Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu verhindern, sieht die Theologin Margot Käßmann die Kirchen in einer entscheidenden Rolle.

Angesichts der Kriegsgefahr zwischen Russland und der Ukraine ruft die Theologin Margot Käßmann die Kirchen zu Vermittlungsbemühungen auf. "Jetzt sollte die Stunde der Kirchen schlagen! Sie haben Einfluss auf die politisch Handelnden", schreibt Käßmann in einer Kolumne für die "Bild am Sonntag". Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nannte den Vatikan als möglichen Ort für ein Krisentreffen der Präsidenten beider Länder.

Zwar seien die orthodoxen Kirchen in der Ukraine zerstritten, und die russisch-orthodoxe Kirche sei "nicht gerade als Vermittlerin berühmt". Doch gebe es beim Thema Krieg und Frieden nichts zu deuteln. "Es geht um die eindeutige Botschaft Jesu: Frieden stiften, Feinde lieben!", schreibt Käßmann.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski habe erklärt, der Vatikan könnte ein optimaler Ort für ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sein, schreibt die ehemalige hannoversche Landesbischöfin und fügt hinzu: "Also los, worauf wartet ihr?"

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