Letzter Wechsel beim "Wartburg-Experiment"

Die Schriftstellerin Iris Wolff

epd-bild/Rainer Salzmann

Als letzte Teilnehmerin am "Wartburg-Experiment" ist die Schriftstellerin Iris Wolff auf die Wartburg gezogen.

Bibel und Literatur
Letzter Wechsel beim "Wartburg-Experiment"
Beim "Wartburg-Experiment" anlässlich des 500. Jahrestages der Bibel-Übersetzung durch Martin Luther (1483-1546) hat es den letzten Wechsel gegeben: Die Schriftstellerin Iris Wolff löste auf der Veste in Eisenach ihren Kollegen Senthuran Varatharajah ab.

Senthuran Varatharajah hatte in den vergangenen vier Wochen auf der Wartburg residiert, wie die Internationale Martin Luther Stiftung mitteilte.

Am Reformationstag hatten Wolff und Varatharajah zusammen mit Uwe Kolbe, der als erster des schreibenden Trios einen Monat auf der Burg verbracht hatte, im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten des Thüringer Themenjahres "Welt übersetzen" im Eisenacher Stadtschloss Kostproben aus ihren Werken gelesen. Am 2. November folgt ein Austausch mit Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) im Erfurter Augustinerkloster.

"Ich freue mich auf eine Zeit der Stille und Ruhe, auf das Zwiegespräch mit der Lutherbibel", sagte Wolff anlässlich ihres Einzugs in das Schreibzimmer. Vor allem freue sie sich auf das Schreiben mit Blick auf einen weiten Novemberhimmel, erklärte die gebürtige Siebenbürgerin. Den hatte bereits Varatharajah genossen: "Gewöhnen konnte ich mich nicht an diese Masse an Himmel, an diese Variationen des Himmels hier oben, die mich jedes Mal sprachlos gemacht hat", sagte der in Berlin lebende Autor.

Die Schriftsteller halten sich tagsüber direkt neben Luthers Schreibstube auf, die Nacht verbringen sie im Hotel der Burg. Beim "Wartburg-Experiment" versuchen sie einen inneren Dialog mit der Übertragung des Neuen Testaments durch den Reformator aus dem Griechischen ins Deutsche, die dieser Ende 1521 begonnen und nach nur elf Wochen vollendet hatte.

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