Predigt-Slam für den Ewigkeitssonntag

Ewigkeitssonntag

© Susanne Brauchle/stock.adobe

Predigt-Slam für den Ewigkeitssonntag
Ein neuer Himmel und eine neue Erde, Gott, der mitten unter den Menschen wohnt – in den schönsten Bildern beschreibt die Bibel das Ende der Zeit. Das hat auch Johanna Klee zu ihrer heutigen Kurzpredigt inspiriert.

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!

Aus dem Predigttext für den Ewigkeitssonntag, Offenbahrung 21,1-5

Johanna Klee wurde in Berlin geboren und ist dort aufgewachsen. Mittlerweile arbeitet sie als Studienleiterin im Theologischen Zentrum Braunschweig. Von Herzen ist sie Wortkünstlerin, Wanderin, Fotografin und Feministin.

"Siehe, ich mache alles neu!" Damit beschäftigt sich Johanna Klees Kurzpredigt zum Ewigkeitssonntag/Totensonntag.

Mit dem Ewigkeits- oder Totensonntag enden im November die Trauer- und Gedenktage. Der Totensonntag ist der letzte Sonntag des Kirchenjahrs, bevor mit dem Advent und der Geburt Jesu Christi ein neuer Zyklus beginnt. Im Jahr 2020 fällt der Trauertag auf den 22. November. Der Totensonntag ist vereinfacht gesagt das evangelische Gegenstück zum katholischen Feiertag Allerseelen (2. November). Neben dem Andenken an die Verstorbenen wird in vielen evangelischen Gottesdiensten auch zu einem bewussteren Umgang mit der Lebenszeit ermutigt.

Der Totensonntag ist ein stiller Feiertag, das heißt, er ist durch die Feiertagsgesetzgebung der Bundesländer besonders geschützt. Öffentliche Sport-, Tanz- und Musikveranstaltungen sowie Märkte sind laut diesen Gesetzen am Totensonntag verboten. Damit bleiben auch Weihnachtsmärkte geschlossen, die in diesem Jahr ohnehin wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

An dem Gedenktag sollen Menschen Trost finden, wenn im vergangenen Jahr der Verlust eines Angehörigen oder eine Trennung zu beklagen war. In diesem Jahr gewinnt der Tag für die Opfer der Corona-Pandemie und deren Angehörigen eine besondere Bedeutung. Oft können Angehörige die Namen ihrer Verstorbenen in Trauerbücher eintragen, für sie wird dann im Gottesdienst gebetet. Seit einigen Jahren funktioniert das sogar online mit einem Angebot der evangelischen Kirche über die Internetseite "trauernetz.de".

Der preußische König Friedrich Wilhelm III. ordnete 1816 an, jährlich den letzten Sonntag des Kirchenjahres als allgemeinen Feiertrag zur Erinnerung der Verstorbenen zu begehen. In vielen Landeskirchen setzte sich diese Tradition als Totensonntag durch. In anderen Landeskirchen heißt der Sonntag Ewigkeitssonntag, um damit nicht den Tod ins Zentrum zu stellen, sondern die Auferstehung und das ewige Leben, an das Christen glauben.

Infos zur Serie
Keine Lust auf einen kompletten Gottesdienst oder eine ellenlange Predigt? Hier gibt's einen kurzen geistlichen Impuls zu den Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres. Inspiriert durch den Wochenspruch, die Lesungs- oder Predigttexte, das Wochenlied oder den Wochenpsalm.