Letzte Ruhe an der Nordsee - Grabanlage auf Borkum eingeweiht

Inselkirche auf Borkum weiht Urnengrabanlage ein

© Andreas Behr

Die evangelisch-lutherische Inselkirche der Christusgemeinde weihte jetzt das große Urnenfeld auf Borkum ein.

Letzte Ruhe an der Nordsee - Grabanlage auf Borkum eingeweiht
Die Insel Borkum hat eine neue Grabanlage. Die evangelisch-lutherische Inselkirche weihte am Wochenende ein rund 400 Quadratmeter großes Urnenfeld ein, das nach Biodiversitäts-Kriterien mit Blumen, Gehölzen und Stauden gestaltet sei, wie die hannoversche Landeskirche mitteilte.

Auch Nichtinsulaner und Menschen anderer oder ohne Konfession könnten in der Gemeinschaftsgrabanlage ihre letzte Ruhe finden. Namen und Daten der Toten würden auf Gedenkplatten an einheitlich gestalteten Stützen angebracht werden.

Pastor Jörg Schulze freut sich, dass das Projekt mit Mitteln der EU und des Landes Niedersachsen gefördert worden ist.

Das Interesse an der Anlage sei groß, erläuterte Pastor Jörg Schulze. "Die Anlage ist nicht nur eine grüne Oase für Pflanzen und Tiere, insbesondere Insekten, sondern erfreut auch das menschliche Auge." Zwei Urnenbeisetzungen habe er bereits vorgenommen. In der kommenden Woche soll eine weitere folgen. Die Inselkirche beteiligt sich damit an dem Projekt "Landschaftswerte - Biodiversität auf kirchlichen Friedhöfen".

Mehr zu Ewigkeitssonntag
Pastor, Trauerexperte und Buchautor Klaus Dirschauer auf dem Friedhof
Die Feuerbestattung ermöglicht eine Vielfalt der Grabformen. Seit einigen Jahren hat sich daraus ein Trend zum pflegeleichten und auch anonymen Grab entwickelt. Das passt nicht immer zu unserer Art zu trauern, so der Theologe Dirschauer.
Friedhof
Beim Lebensthema Tod geht es nicht nur um die eigene Sterblichkeit, sondern wie wir mit dem Tod der anderen umgehen. Jede Kultur, Religion Bilder und Narrative angeboten, um den Tod jeweils in einen sinngebenden Zusammenhang zu stellen.

Das von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen geförderte Projekt verfolgt das Ziel, insgesamt neun kirchliche Friedhöfe zu artenreichen Biotopen umzugestalten. Auf diese Weise solle dem Insektensterben und dem Artenverlust entgegengewirkt werden, erläuterte die kirchliche Umwelt- und Klimaschutzreferentin Joana Cavaco aus Hannover.