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Ein Ballon mit der Aufschrift "Es gibt keinen Planet B." am Rande des Landesparteitags der nordrhein-Westfälischen Grünen, der am Hambacher Forst stattfand.
"Dieser Tag zeigt, wie stark die Klimabewegung inzwischen geworden ist", erklärte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser. Die Demonstranten fordern einen zügigen Ausstieg aus der Kohleförderung und -verstromung sowie einen Verzicht auf die Rodung des Hambacher Waldes.
Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger appellierte an die Kohlekommission, "einen großen gesellschaftlichen Kompromiss für den schnellen Kohleausstieg und für zukunftsfähige Arbeitsplätze in den betroffenen Regionen zu verhandeln".
Der Hambacher Forst ist ein Wald im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen, von dem nur noch ein kleiner Teil erhalten ist. Ursprünglich erstreckte sich der sogenannte Bürgewald zwischen Köln und Aachen auf mehr als 4.000 Hektar. Die noch erhaltenen rund 200 Hektar Waldfläche liegen im Einzugsbereich der Ortschaften Morschenich und Manheim, die dem Braunkohletagebau weichen müssen. Das Waldstück gilt als Symbol des Widerstands gegen den Kohle-Abbau.
Bis 2040 plant RWE dort den Abbau von insgesamt 2,4 Milliarden Tonnen Braunkohle. Insgesamt umfasst der Tagebau Hambach ein 85 Quadratkilometer großes Abbaufeld. Die Bezeichnung Hambacher Forst wurde ursprünglich nur für das unmittelbar an den Ort Hambach angrenzende Teilstück des Waldgebietes verwendet. Es war das erste Waldstück, das für den Tagebau Hambach gerodet und dann zum Namensgeber der noch bestehenden Waldfläche wurde.
Nach der Genehmigung des Hauptbetriebsplans bis 2020 wollte die RWE Power AG eigentlich ab dem 14. Oktober weitere Waldflächen roden. Die verbliebenen 200 Hektar sollten bis auf weniger als 100 Hektar abgeholzt werden. Das Oberverwaltungsgericht Münster verhängte jedoch am Freitag einen Rodungsstopp, bis über eine Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) NRW entschieden ist.