Koptischer Priester in Ägypten erschossen

Koptischer Priester in Ägypten erschossen
Auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel ist ein koptischer Priester erschossen worden. Wie die staatliche Zeitung "Al-Ahram" am Freitag berichtete, stand der 46-Jährige, der der Gemeinde von Mar Girgis angehörte, am Donnerstag in der Stadt Al-Arisch neben seinem Fahrzeug, als ihm eine Kugel in den Kopf geschossen wurde. Nach Angaben der christlich-koptischen Kirche Ägyptens befand sich der Priester auf dem Rückweg von einem Gottesdienst.

Laut Dschihadisten-Seiten im Internet wird die Tat dem Sinai-Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zugerechnet. Die einflussreiche sunnitisch-islamische Institution Al-Azhar verurteilte die Attacke und erklärte, sie verstoße gegen die "toleranten Lehren des Islam und aller göttlichen Religionen sowie gegen Traditionen und Normen der Menschlichkeit".

Der Nordsinai hat sich nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak im Jahr 2011 zunehmend zum Rückzugraum von Dschihadisten und kriminellen Banden entwickelt. Seit fast vier Jahren geht das Militär auf der Halbinsel massiv gegen diese vor. Dennoch konnte sich ein IS-Ableger bis dort festsetzen.

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