Foto: epd-bild/Meike Böschemeyer
Rainer Maria Woelki
Kardinal Woelki: Trotz Brexit am europäischen Haus weiterbauen
Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki hat dazu aufgerufen, trotz der Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union am gemeinsamen Europa festzuhalten.
Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki hat dazu aufgerufen, trotz der Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union am gemeinsamen Europa festzuhalten. "Lasst uns diese düsteren europäischen Tage als Herausforderung und Chance betrachten", sagte er am Sonntag in seinem "Wort des Bischofs" im Kölner Bistumssender Domradio.
"In unserer globalen Welt kann es nicht richtig sein, wenn wir uns auf unsere Inseln zurückziehen und Grenzen dichtmachen", mahnte der Kölner Kardinal. Ethische, soziale und wirtschaftspolitische Herausforderungen, Terror und Umweltbedrohungen ließen sich heute nicht mehr im nationalen Alleingang lösen.
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Die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber, hat die schnelle Aufnahme von Flüchtlingen gefordert, die an der polnisch-belarussischen Grenze ausharren.
Diakonie-Präsident Ulrich Lilie hält die von der Bundesregierung geplante Aufnahme von rund 1550 Migranten von griechischen Inseln für unzureichend. Deutschland müsse deutlicher vorangehen, damit andere Länder folgen.
Woelki rief dazu auf, ein Europa aufzubauen, in dem sich nicht alles nur um die Wirtschaft drehe. "Lasst uns gemeinsam ein Haus aufbauen, in dem Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit zu Hause sind, in dem Kunst, Musik und Wissenschaft Raum haben." Wenn im europäischen Haus zudem die gemeinsamen christlichen Werte "als wichtige leuchtende, tragfähige Bausteine" mit eingebaut würden, dann sei ihm um die Zukunft Europas nicht bange.